Computer, Informatik und Mikroelektronik

Der Victor Sirius 1

Grüße aus der Computer-Steinzeit: der Victor Sirius 1

Meine größte Leidenschaft sind Computer – mit allem, was dazu gehört (auch der Titel meiner Website spielt letztendlich darauf an). Mit etwa 6 Jahren habe ich zum ersten Mal einen Computer gesehen. Lange konnte ich mich nur an ein einziges Detail dieses Computers erinnern: er gab ein grün-monochromes Bild auf dem Monitor aus. Das war für die damalige Zeit jedoch keinesfalls ein Alleinstellungsmerkmal. Außerdem glaubte ich, dass der Rechner auf den seltsamen Namen Victor hörte. Erst 2015 konnte ich durch einen Zufallsfund im Internet und Gespräche mit meinem Patenonkel herausfinden, dass es diesen Rechner tatsächlich gegeben hat und meine Erinnerungen stimmten.

 

 

 

 

 

Der erste PC, an dem ich selbst etwas gemacht habe, war schätzungsweise ein 486er mit Windows 3.1. Ab diesem Moment habe ich mir autodidaktisch ein umfangreiches Wissen angeeignet, oftmals durch simples Trial and Error, was insbesondere meinen Vater des Öfteren in die Verzweiflung getrieben hat, wenn ich am früheren Familienrechner wieder mal alles durcheinander gebracht oder Software auf der Sicherungs-Festplatte installiert habe…

 

Ich erinnere mich noch gut an diese Steinzeit-Netzteilschalter.

Ich erinnere mich noch gut an diese Steinzeit-Netzteilschalter.

 

Was als pure kindliche Lust am Herumprobieren begann, entwickelte sich in der Schulzeit zu meiner herausragenden Stärke. In der 9. Klasse (österr. 5) wählte ich den angebotenen Differenzierungskurs Technik-Physik-Informatik. Während meine schulischen Leistungen in der J9/10 insgesamt eher bescheiden waren, zählte ich im Technik-Kurs zu den leistungsstärksten Schülern und überflügelte mit meinem Wissen selbst den Lehrer, was mir unter meinen Mitschülern den (durchaus berechtigten) Ruf eines Geeks einbrachte. In dieser Zeit habe ich mir u.A. einen großen Fundus an Hardware aus der Prä-Pentium-Ära angeeignet.

Im selben Jahr habe ich gemeinsam mit einem Freund an der VHS zwei VisualBasic-Kurse besucht. Das war die Grundlage für mein heutiges Programmier-Wissen. Außerdem habe ich damals begonnen, mit meinem Wissen Geld zu verdienen. In der Familie habe ich schon länger Computer repariert und Software-Probleme gelöst. In dem ich meine Fertigkeiten durch Aushänge öffentlich angeboten habe, konnte ich mein Taschengeld ordentlich aufbessern – was ich stets in neue (oder alte) Hardware investiert habe.

In der J11 war die Wahl des Informatik-Kurses ein konsequenter Schritt. In der J12/13 wählte ich Informatik als ersten Leistungskurs.

Nach der Schule habe ich mich jedoch dazu entschieden, beruflich einen anderen Weg zu gehen und habe meine Technik-Begeisterung ein wenig aus den Augen verloren – was auch damit zu tun hat, dass ich mir fürs Studium einen Mac gekauft habe, der nicht gerade viel Anlass zum Herumbasteln bietet. In dieser Zeit habe ich mich daher wenig mit Hardware befasst; stattdessen habe ich mich mit Programmiersprachen beschäftigt. Getrieben hat mich dabei die Idee für ein Mehrspieler-Weltraum-Strategiespiel, für das ich ein umfangreiches Spielkonzept entwickelt habe, dessen Umsetzung mich jedoch lange Zeit überfordert hat. Nachdem ich mich lange davor gedrückt habe, habe ich mit Erscheinen des Qt4-Frameworks begonnen, C++ zu lernen. Über Stackless Python bin ich schließlich auf die funktionale Sprache Erlang gestoßen, die ich derzeit lerne. Sie ist ausgelegt für massiv-parallele, fehlertolerante, verteilte Systeme – also durchaus auch für einen Spiele-Server, wie ich ihn realisieren möchte. Zu Testzwecken verwende ich hierzu einen Mini-Beowulf-Cluster, bestehend aus neun BeagleBone Blacks.

 

Mein BBBeowulf: ein Cluster aus acht BeagleBone Blacks (+1 Master), hier im Versuchsaufbau

 

Erst in den letzten Jahren habe ich mich wieder verstärkt mit Hardwaretechnik und Informatik beschäftigt, insbesondere mit Microcontrollern wie der Arduino-Plattform. Die reine Programmierung dieser System-on-a-Chip – Geräte wurde mir jedoch bald zu oberflächlich. Ich wollte verstehen, was “hinter den Kulissen” auf der Hardware- und Assembler-Ebene geschieht. In der Schulzeit hatte ich das versäumt. Bei meinen Recherchen zum Thema bin ich auf das N8VEM-Projekt gestoßen, dessen Mitglieder mit Hilfe von Zilogs berühmten Z80-Mikroprozessor und dem Europe Card Bus einen voll funktionsfähigen und erweiterbaren Retro-Mikrocomputer realisiert haben. Dieses Projekt ist für meine Vorstellungen bestens geeignet. Langfristig plane ich, meinen großen Fundus an Hardware aus der Prä-Pentium-Zeit mit Hilfe von Selbstbau-Projekten wieder in Betrieb zu nehmen, was ich ebenfalls auf dieser Seite dokumentieren möchte.

 

Mein “One Square Inch of Goodness” vor dem Zusammenbau

 

Im Grunde knüpfe ich heute da an, wo ich 2005 nach meinem Abitur aufgehört habe. Allerdings verstehe ich heute insbesondere auf der Hardware-Ebene deutlich mehr als damals. “Schuld” am Wiedererwachen meiner Technik-Begeisterung war vor allem der Wechsel meines Studiums auf Lehramt Geograhpie und Informatik im Jahr 2012. Das Informatik-Studium hat mich so sehr “infiziert”, dass ich zu der Einsicht gelangt bin, dass es die beste Wahl ist, meiner Technik-Begeisterung in vollem Umfang auch beruflich nachzugehen (auch wenn das freilich wenig mit alter Z80-Hardware zu tun haben wird).

 

Auch aus diesem Grund habe ich mein Studium an den Nagel gehängt und mich für einen Lehrberuf beworben. Seit Herbst 2014 bin ich bei der Firma Test-Fuchs beschäftigt, wo ich eine vierjährige Doppelausbildung als Mechatroniker und Technischer Zeichner absolviere.

 

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